Dienstag, 28. Juli 2009

"...und das Leben ist, wie man so hört, kein Ponyhof, kein Wunschkonzert..."

Heute geschah etwas, für mich sehr Überraschendes, denn ich las, dass Muff Potter ihre Auflösung bekannt gaben. Muff Potter, eine Band, die ich sehr zu schätzen weiß. Eine Band, die ich wirklich lieb gewonnen habe. Eine Band, die ich vielleicht als "Lieblingsband" bezeichnen würde, würde ich dann Bands als "Lieblingsbands" bezeichnen. Ich weiß nicht, dass mich je die Auflösung einer Band so sehr berührt hat, wie die von Muff Potter, irgendwie kann ich das gerade noch nicht einmal so wirklich glauben. Heute werde ich keine andere Musik mehr außer Muff Potter hören und ich zog mich sogar extra für Muff Potter um, das mit dem Muff-Potter-T-Shirt muss nun wohl sein.
Ich frage mich gerade, wie das bei mir mit Muff Potter losging, es muss im Jahre 2005, als "Von wegen" erschien, gewesen sein, dass ich sie kennen und mögen lernte, aber ich war noch jung, das Album konnte mich zwar begeistern, ich lernte noch andere Lieder dieser Band kennen, aber irgendwie durchlief ich dann Phasen, in denen ich fast nur The Offspring hörte, Phasen, in denen ich die Ramones hörte, Phasen, in denen ich Nirvana hörte und sämtliche andere Phasen. Muff Potter waren zwar immer da, ich wusste, dass es sie gibt, dass sie mir gefielen, aber das war es eigentlich schon. Gelegentlich hörte ich Muff Potter, aber niemals öfter als gelegentlich, obwohl ich sie immer mochte. Ein paar Jahre ging es so weiter, im Jahre 2008 las ich dann Nagels Buch "Wo die wilden Maden graben", war begeistert, aber trotzdem waren mir Muff Potter immer noch nicht so wichtig, wie jetzt. Sie blieben da, ich mochte sie, mochte sie vielleicht sogar mehr und immer wieder holte ich mir die Muff-Potter-CDs meines Bruders, um sie zu hören. Ungefähr im Januar 2009 wurde mir dann klar, dass ihr Konzert im April in Köln besuchen müsste, wenngleich das auch wenige Tage vor einer Abiturklausur war. Ich kaufte ein Ticket, hörte immer mehr Muff Potter, erwartete sehnlichst ihr neues Album "Gute Aussicht" (war das ein "Vorzeichen", was die Zukunft der Band anbelangt?), was ich dann sogar vorbestellte und einen Tag vor dem eigentlichen Erscheinungstermin in den Händen halten durfte. Fünf Tage später sah ich sie live, war begeistert und stellte fest, dass es eines der wenigen Konzerte war, bei dem ich die Texte komplett auswendig konnte. Bis zu diesem Tag hatte sich meine Liebe zu dieser Band schon sehr gesteigert, vor 16 Tagen hatte ich dann das Vergnügen, Muff Potter auf dem Fest van Cleef erneut zu sehen und dann heute plötzlich "das hier": Muff Potter geben ihre Auflösung bekannt! Dies stimmt mich wirklich traurig, obwohl es "nur" ist, dass eine Band in Zukunft keine Musik mehr machen wird. Ich werde weiterhin ihre Musik hören können, nur eben keine neue und keine Konzerte von ihnen mehr besuchen können, obwohl ich mir ganz sicher bin, dass ich sie dieses Jahr noch sehen werde, egal, wo die Abschiedskonzerte sein werden. Ich weiß nicht, ob mich jemals eine Band so sehr begeistern konnte, wie Muff Potter, mit meiner Euphorie steckte ich sogar meinen 12-jährigen Bruder an, der nun enttäuscht ist, dass er Muff Potter niemals live sehen wird, aber so ist es nun mal.
Let's pretend happy end. Jede Band muss sich einmal auflösen, nur die Frage ist: "Geht so das Ende?". Zumindest danke ich Muff Potter für die Stunden, in denen ich ihre Musik hörte (sämtliche Stunden, in meinem Last.fm-Profil sind sie Platz 1 und der werden sie noch lange bleiben), die wunderschönen Konzerte, die "Lebensweisheiten" Nagels, dass sie mit Tocotronic diejenigen sind, die mir halfen, mich für deutsche Musik zu begeistern und für alles, was mir jetzt gerade nicht einfällt. Danke!

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